DOG 2023

Custodis Lecture zur Diabetischen Retinopathie

Mit der Custodis Lecture ehrt die Retinologische Gesellschaft bei der DOG 2023 wieder eine Forscherpersönlichkeit, die sich mit ihrem Lebenswerk um die Belange von Netzhauterkrankungen verdient gemacht hat. In diesem Jahr erhält Professor Dr. med. Gabriele Lang die Auszeichnung und spricht zum Thema „Diabetische Retinopathie – Fortschritte und Herausforderungen in Vergangenheit und Zukunft“.

Die diabetische Retinopathie stellt immer noch die häufigste Ursache für Erblindung im erwerbsfähigen Alter dar. Eine zeitgerechte Diagnose und Therapie ist daher eine bedeutende Herausforderung. In der Diagnostik wurden mit Etablierung der multimodalen Bildgebung in Form von optischer Kohärenztomographie (OCT), OCT-Angiographie und Weitwinkel-Fundusfotografie große Fortschritte erzielt. In der Behandlung stellt neben etablierten Therapieverfahren wie Lasertherapie, Kryo-Behandlung und Pars-plana-Vitrektomie der Einsatz von intravitreal applizierten VEGF-Hemmern und Steroiden eine wichtige Entwicklung dar.

Prof. Dr. Gabriele Lang

Professor Dr. med. Gabriele Lang leitete von 1994 bis 2020 die Sektion „Konservative Retinologie und Laserchirurgie“ an der Universitäts-Augenklinik Ulm. Sie war von 2001 bis 2002 Präsidentin der DOG und hat zahlreiche Preise erhalten, u.a. für ihre Forschungstätigkeit 2012 den Albrecht-von-Graefe-Preis. Langs Hauptinteressen sind die Diagnose und Therapie retinaler Erkrankungen, insbesondere die diabetische Retinopathie, Venenverschlüsse und altersbezogene Makuladegeneration.

Die Lecture ist nach Ernst Custodis benannt (1898 – 1990). Custodis leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der Netzhautchirurgie, als er zeigte, dass ein Verschluss von Netzhautrissen mit Plomben die Ablösung der Retina heilen kann.

Ernst Custodis studierte in Münster, Göttingen, München, Düsseldorf und Bonn Medizin. Im Jahr 1924 wurde er zum Dr. med. promoviert und war bis 1933 in Bremen, Aachen Tübingen und Düsseldorf tätig.

An der Augenklinik der Medizinischen Akademie Düsseldorf wurde er 1933 Oberarzt und einige Jahre später bis zu seiner Emeritierung 1967 Klinikleiter und Lehrstuhlinhaber für Augenheilkunde in Düsseldorf.